Literaturrecherche

WICHTIG:
Die LMU Bibliotheken bleiben auch nach dem 10.01.2021 geschlossen. Das Ausleihen von Büchern ist aktuell nicht möglich.
Weitere Infos zur Benutzung der Bibliothek während der Covid-19 Pandemie findet ihr hier.

Für Philosophiestudierende ist Literaturrecherche und das Arbeiten mit Quellen spätestens dann, wenn es an die ersten Hausarbeiten geht, enorm wichtig. Aber wie und wo findet man geeignete Literatur zu einem Thema? Da gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, von denen wir dir hier kurz ein paar vorstellen wollen.

Wie finde ich Literatur zu meinem Thema?

Wenn du (egal ob für eine Hausarbeit oder für ein Referat) Literatur zu einem bestimmten Thema suchst, kannst du auf verschiedene Weise mit der Recherche nach Literatur beginnen. Wenn du bereits einen Text zu deinem Thema hast, etwa aus der Literaturliste deines Seminars, ist es meist eine gute Idee, die Bibliografie dieses Textes durchzugehen. Meist stößt du dadurch auf weitere Texte, die etwas mit deinem Thema zu tun haben. Bei den Texten, die du auf diese Art gefunden hast, verfährst du dann genauso. Mit dieser Recherche nach dem sogenannten Schneeballsystem wirst du für gewöhnlich schnell thematisch passende Literatur finden und kannst dir so einen Überblick verschaffen. Damit du dein Thema nicht nur aus der Perspektive deines Ausgangstextes betrachtest, solltest du ergänzend noch auf anderen Weisen oder basierend auf anderen Ausgangstexten nach Literatur suchen.

Zu diesem Zweck, oder falls du keinen passenden Ausgangstext hast, empfiehlt es sich auch, dein Thema mal in Fach-Enzyklopädien wie der Stanford Encyclopedia of Philosophy und der Internet Encyclopedia of Philosophy nachzuschlagen. So kannst du dir einerseits einen Überblick verschaffen und andererseits dort das Quellenverzeichnis nutzen.

Eine andere Art der Literatursuche ist die der systematischen Suche nach Schlagwörtern in Literaturdatenbanken. Das kannst du etwa über das OPAC machen, den Online-Literaturkatalog der Unibibliothek, über Google Scholar oder über Fachdatenbanken wie etwa PhilPapers (und viele weitere). Beachte, dass du beim OPAC meist Titel aus dem kompletten Bibliotheksbestand angezeigt bekommst und deine Suche deshalb vielleicht besser auf deinen Fachbereich eingrenzt. Bei Fachdatenbanken und Scholar hast du dafür öfter das Problem, dass du nicht sofort weißt, ob und wie du Zugang zur gefundenen Literatur erhältst (mehr dazu siehe unten).

Du kannst natürlich außerdem deine Dozierenden und Kommiliton*innen nach passender Literatur fragen. Und du kannst dich in der Fachbibliothek Philosophie vor Ort in den Regalen, die thematisch geordnet sind (nämlich so), in den für dein Thema relevanten Bereichen nach weiterer Literatur umschauen.

Wie erhalte ich Zugang zu der Literatur, die ich gefunden habe?

Wenn du (mit welcher Methode auch immer) anscheinend passende Literatur zu deinem Thema gefunden hast, hast du nicht immer auch sofort Zugang auf eine PDF-Version des Artikels oder Buchs (die gängigste Art, mit digitalen Texten zu arbeiten). Insbesondere bei der Schneeball-Suche hast du zunächst nur die bibliografischen Informationen zur Literatur (also Titel, Autor*in, Erscheinungsjahr, Verlag, …).

Um zuerst zu prüfen, ob es von dem Artikel eine frei verfügbare PDF-Version gibt, gibst du den Text samt Namen der Autor*innen am besten einfach mal in eine Suchmaschine ein (tatsächlich führt Google hier meist zu den besten Ergebnissen). Wenn es eine frei zugängliche Version auf ResearchGate, PhilPapers oder anderen Seiten gibt, findest du sie so am ehesten.

Hier seht ihr einen Screenshot aus einer OPAC-Suche. Beachtet, dass Bücher und einzelne Aufsätze getrennt aufgeführt werden (Schaltfläche oben). Ist rechts ein „Volltext“ Button, könnt ihr aber in der Regel immer auf eine PDF zugreifen.

Führt dich das nicht zum Erfolg, solltest du im OPAC der UB nach dem Text suchen. Mit Glück kommst du so auf eine von der Uni lizensierte online-Version des Textes (das ist dann mit einem blauen „Volltext“ Button gekennzeichnet), oder aber die UB hat eine Printversion des Buchs/der Zeitschrift im Magazin oder einer Fachbibliothek. Wirst du hier gar nicht fündig oder kannst du ein vorhandenes Printexemplar nicht abholen, weil du nicht in München bist, solltest du es nochmal mit dem OPAC der Bayerischen Staatsbibliothek versuchen (zu der habt ihr mit eurer UB-Nummer nämlich auch Zugang). Die BSB hat nämlich meist noch mehr (oder zumindest andere) E-Medien lizensiert als die UB.

Wenn du einen Text nur in der Print-Version finden kannst und die Möglichkeit dazu hast, zur Bibliothek zu fahren, kannst du ihn auch ausleihen oder einscannen. Mehr dazu findest du im folgenden Kapitel.

Wie leihe ich aus? Wie finde ich mich in der Bibliothek zurecht?

Wenn du einen Text nur als Print-Version gefunden hast (oder einfach gerne ein physisches Buch hast) kannst du dieses in vielen Fällen auch ausleihen oder in einem Lesesaal der Uni/der BSB lesen.

Habt ihr im OPAC auf ein Ergebnis geklickt, gelangt ihr zu dieser Seite. Unter Exemplare seht ihr, wie oft ein Werk in der UB vorhanden ist (hier nur einmal), wo es sich befindet, und ob ihr es ausleihen könnt.

Findest du ein Buch im OPAC der UB, bei dem als Standort „Zentralbibliothek/Magazin“ angegeben ist, kannst du es für gewöhnlich über die Schaltfläche „Bestellung/Vormerkung“ direkt bestellen und in den nächsten Tagen an der UB abholen. Mehr zur Bestellung, Abholung und Rückgabe von Büchern findest du hier in Erklärungen der UB. Auch bei der BSB kannst du Werke ausleihen. Anleitungen dazu findest du hier.

Bücher, die nur im Freihandbestand von Fachbibliotheken verfügbar sind, kann man in der Regel (wenn gerade keine Pandemie ist) nicht ausleihen, sondern muss vor Ort mit ihnen arbeiten. Um Bücher in den Fachbibliotheken zu finden, benutzt du die im OPAC angegebene Signatur (z.B. 0100/CC 4400 H352), die einem den Standort innerhalb der Bibliothek verrät. Dabei steht 0100 für die Fachbibliothek Theologie und Philosophie, CC 4400 dafür, dass es in Systematische Philosophie der Untergruppe „Abhandlungen zur Erkenntnistheorie“ eingeordnet ist, und H352 beschreibt die Position des Buches im Regal. Wenn du ein paar Mal gesucht hast, wirst du dich schnell zurechtfinden.

Noch ein paar Tipps?

  • Wenn ihr einen wichtigen Text wirklich gar nicht findet, ihr ihn aber unbedingt braucht: Fragt mal eure*n Dozierende*n an, vielleicht hat er*sie ihn ja.
  • Wenn auch das nichts hilft, könnt ihr auch den*die Autor*in (so die Person noch lebt) anschreiben. Selbst wenn es ein „großer Name“ ist, führt das öfter zum Erfolg, als man denkt.
  • Ein sehr praktisches Angebot der UB ist hier auch das E-Medien-Bookmarklet. Bist du auf anderem Weg als das UB-OPAC auf eine Seite gelangt, die einen von dir gesuchten Volltext anbietet, dieser ist jedoch erst nach Bezahlung verfügbar, so kannst du das Bookmarklet, also ein spezielles Lesezeichen, verwenden. Es bringt dich direkt zu der Login-Seite der UB und, nach erfolgreichem Login, wieder zurück zur Seite. Der gewünschte Text ist nun freigeschaltet (wenn die UB Zugang dazu hat zumindest).
  • Manchmal findest du deinen Text bei Google als E-Book verfügbar. Die sind zwar meist teuer, du kannst sie aber bis zu sieben Tage nach dem Kauf ohne Angabe von Gründen zurückgeben und so dein Geld zurückbekommen.